Siebdruck in einer Textildruckerei
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Print-on-Demand: T-Shirts und Tassen verkaufen ohne Lager – die ehrliche Rechnung

Das Versprechen klingt verlockend: Du entwirfst ein Motiv, lädst es hoch, und jedes Mal, wenn jemand ein T-Shirt, eine Tasse oder ein Poster damit bestellt, wird es gedruckt und verschickt. Du kaufst nichts vorher ein. Du lagerst nichts. Du verpackst nichts.

Print-on-Demand funktioniert tatsächlich so. Das Risiko ist klein. Aber die Marge auch.

So läuft es ab

Anbieter wie Spreadshirt, Printful, Printify oder Gelato übernehmen Druck und Versand. Entweder verkaufst du direkt über deren Marktplatz, oder du verbindest den Dienst mit einem eigenen Shop – etwa auf Etsy oder mit WooCommerce auf deiner WordPress-Seite. Kommt eine Bestellung rein, bezahlt der Dienstleister den Druck aus deinem Umsatz, der Rest gehört dir.

Die Rechnung, die in keinem Werbevideo vorkommt

Ein Beispiel mit runden Zahlen: Du verkaufst ein T-Shirt für 25 Euro. Davon gehen ab:

  • Produktion und Druck beim Dienstleister – bei einem ordentlichen Shirt schnell ein großer Teil des Preises.
  • Plattformgebühren – auf Etsy etwa 6,5 Prozent Transaktionsgebühr plus Zahlungsabwicklung (4 Prozent plus 0,30 Euro) plus Einstellgebühr.
  • Werbung, falls du sie schaltest.
  • Retouren und Reklamationen, die du im Zweifel selbst trägst.

Übrig bleiben oft nur wenige Euro pro Stück. Das heißt: Print-on-Demand lohnt sich nicht mit einem Shirt, sondern mit vielen Motiven und einer Nische, die gezielt sucht.

Nischen schlagen Kunst

Das schönste Design verkauft sich schlechter als ein mittelmäßiges mit klarer Zielgruppe. Menschen kaufen, was sie selbst beschreibt: ihren Beruf, ihr Hobby, ihre Stadt, ihren Humor.

  • Berufe: Pflege, Handwerk, Lehrer, Programmierer.
  • Hobbys: Angeln, Gaming, Laufen, Stricken.
  • Lokales: Stadtteile, Dialekt-Sprüche, regionale Eigenheiten.
  • Anlässe: Junggesellenabschied, Ruhestand, Vereinsfeiern.

Die kostenlosen Werkzeuge

  • Design: Canva Free für Text-Motive, Inkscape für Vektorgrafiken, GIMP für Bildbearbeitung. Welche Grenzen die Gratis-Version von Canva hat, steht in unserem Canva-Vergleich.
  • Mockups: Die meisten Print-on-Demand-Anbieter erzeugen Produktbilder automatisch.
  • Recherche: Die Suchvorschläge auf Etsy und Amazon zeigen, wonach Menschen suchen – gratis.

Die Risiken

Das größte Risiko ist nicht finanziell, sondern rechtlich. Sprüche, Figuren, Logos oder Namen können als Marke geschützt sein. Wer ein geschütztes Motiv verkauft, riskiert eine teure Abmahnung. Vor dem Hochladen lohnt ein Blick in das Markenregister des DPMA (kostenlos online) und in das EU-Markenregister. Und: Keine fremden Bilder, Figuren oder Schriftzüge verwenden.

Dazu kommen Rechtstexte für den eigenen Shop, Widerrufsbelehrung und Steuern. Für kleine Umsätze hilft die Kleinunternehmerregelung.

Fazit

Print-on-Demand ist ein guter Einstieg ins Online-Verkaufen, weil du fast ohne Geld testen kannst, was funktioniert. Reich wird damit kaum jemand über Nacht. Aber wer eine Nische findet, viele Motive testet und die Gewinner ausbaut, kann sich ein solides Zusatzeinkommen aufbauen – ohne einen einzigen Karton im Flur.