Eine eigene Website zu erstellen kostet heute nichts mehr – zumindest am Anfang. Dutzende Baukästen werben mit „100 % kostenlos“. Das stimmt auch. Die Frage ist nur: Was bekommst du dafür, und ab wann zahlst du doch?
Ich baue seit über 20 Jahren Websites, von der einfachen Visitenkarte bis zum Magazin mit tausenden Artikeln. Auch diese Seite läuft auf WordPress. In diesem Artikel zeige ich dir, welche Wege es gibt, eine Website kostenlos zu erstellen, wo die versteckten Grenzen liegen und welcher Weg zu welchem Ziel passt.
Die drei Wege zur kostenlosen Website
- Website-Baukasten mit Gratis-Tarif – Wix, Jimdo, Webnode, SITE123 und Co. Schnell, einfach, aber mit Einschränkungen.
- Kostenlose Google-Dienste – Google Sites und Blogger. Wirklich kostenlos, ohne Werbung, aber begrenzt im Design.
- WordPress auf eigenem Hosting – Die Software ist kostenlos, Hosting und Domain kosten ein paar Euro im Monat. Dafür volle Kontrolle.
Die Anbieter im Vergleich
| Anbieter | Gratis-Speicher | Werbung im Gratis-Tarif | Eigene Domain gratis | Bezahl-Tarif ab ca. |
|---|---|---|---|---|
| Wix | 500 MB | ja | nein | 15 € / Monat |
| Jimdo | 500 MB, max. 5 Seiten | dezent | nein | 11 € / Monat |
| WordPress.com | 1 GB | ja | nein | 9 € / Monat |
| Webnode | 100 MB | ja | nein | 4 € / Monat |
| SITE123 | 500 MB | ja, deutlich | nein | 13 € / Monat |
| Google Sites | über Google-Speicher | nein | ja (Domain separat kaufen) | kostenlos |
| Blogger | über Google-Speicher | nein | ja (Domain separat kaufen) | kostenlos |
| WordPress selbst gehostet | je nach Hosting | nein | Domain ca. 10–15 € / Jahr | Hosting ab wenigen € / Monat |
Preise ändern sich regelmäßig und hängen oft von der Laufzeit ab. Prüfe vor dem Abschluss die aktuellen Konditionen.
Website-Baukästen: Schnell online, aber mit Haken
So funktioniert es
Du meldest dich an, wählst eine Vorlage, ziehst Texte und Bilder per Maus an die richtige Stelle und klickst auf „Veröffentlichen“. In einer Stunde ist eine einfache Seite online. Viele Baukästen bieten inzwischen KI-Assistenten, die dir aus wenigen Angaben einen ersten Entwurf bauen.
Die Haken im Gratis-Tarif
- Subdomain: Deine Adresse lautet zum Beispiel deinname.wixsite.com statt deinname.de. Für ein Hobby egal, für ein Geschäft unprofessionell.
- Fremdwerbung: Der Anbieter blendet sein eigenes Logo oder Banner ein.
- Wenig Speicher und Seiten: Bei manchen Anbietern ist nach fünf Unterseiten Schluss.
- Kein Shop: Online verkaufen geht fast nur in Bezahltarifen.
- Lock-in-Effekt: Das ist der größte Haken. Deine Website gehört technisch zum Baukasten. Wechselst du später den Anbieter, musst du sie meist komplett neu bauen.
Für wen geeignet
Für Vereine, Hobbyprojekte, Einladungen, eine schnelle Testseite oder Menschen, die sich wirklich gar nicht mit Technik beschäftigen wollen.
Google Sites: Der unterschätzte Gratis-Weg
Google Sites ist eine der wenigen Lösungen, die wirklich kostenlos ist – ohne Werbung und ohne Seitenbegrenzung. Alles, was du brauchst, ist ein Google-Konto. Du kannst sogar eine eigene Domain verbinden; die Domain selbst kaufst du separat bei einem Domain-Anbieter.
Stärken:
- Kostenlos und werbefrei
- Sehr einfach zu bedienen
- Google Docs, Tabellen, Kalender, Karten und YouTube-Videos lassen sich direkt einbinden
- Schnell und sicher, weil Google sich um die Technik kümmert
Schwächen:
- Wenige Designs, wenig Gestaltungsfreiheit
- Keine Blog-Funktion mit Kommentaren, kein Shop
- Kaum SEO-Einstellungen
Für wen geeignet: Portfolios, Fotografen-Seiten, Projektseiten, interne Seiten, einfache Firmen-Visitenkarten.
Blogger: Kostenlos bloggen bei Google
Blogger gibt es seit über 20 Jahren und es ist nach wie vor kostenlos. Für einen reinen Blog funktioniert es. Die Designs wirken allerdings oft altmodisch, und Google entwickelt den Dienst kaum weiter. Für ein langfristiges Projekt würde ich es nicht mehr empfehlen.
WordPress: Der Profi-Weg, fast kostenlos
Rund 40 Prozent aller Websites weltweit laufen auf WordPress. Wichtig ist der Unterschied:
- WordPress.com ist ein Baukasten-Dienst mit Gratis-Tarif, vergleichbar mit Wix.
- WordPress.org ist die kostenlose Software, die du auf deinem eigenen Hosting installierst.
Die zweite Variante kostet ein paar Euro im Monat für Hosting und etwa 10 bis 15 Euro im Jahr für die Domain. Dafür bekommst du:
- Volle Kontrolle: Die Website gehört dir. Du kannst jederzeit den Hoster wechseln und alles mitnehmen.
- Tausende kostenlose Themes und Plugins: Shop, Formulare, SEO, Mehrsprachigkeit, Mitgliederbereiche.
- Beste Voraussetzungen für Google: SEO-Plugins wie Rank Math oder Yoast helfen dir, bei Google gefunden zu werden.
- Monetarisierung: Werbung, Affiliate-Links, eigene Produkte – ohne Einschränkungen durch den Baukasten.
Viele Hosting-Anbieter installieren WordPress mit einem Klick. Du brauchst keine Programmierkenntnisse.
Für wen geeignet: Für alle, die mit ihrer Website Geld verdienen, einen Blog aufbauen oder langfristig wachsen wollen. Wenn du über einen Blog oder Affiliate-Marketing nachdenkst, ist das der richtige Weg. Mehr in Affiliate-Marketing für Einsteiger.
In 7 Schritten zur eigenen Website
- Ziel festlegen: Visitenkarte, Portfolio, Blog, Shop? Das Ziel entscheidet über das Werkzeug.
- Namen und Domain wählen: Kurz, gut merkbar, ohne Bindestrich-Ketten. Prüfe, ob die .de- oder .com-Domain frei ist.
- Plattform wählen: Google Sites für einfach und gratis, ein Baukasten für bequem, WordPress für langfristig.
- Struktur planen: Startseite, Über mich, Angebot oder Blog, Kontakt. Mehr brauchst du am Anfang nicht.
- Inhalte erstellen: Texte, die deine Besucher wirklich interessieren. Bilder kannst du mit Canva gestalten oder von kostenlosen Bildplattformen nehmen. Siehe Canva kostenlos oder Pro?.
- Rechtliches erledigen: Impressum und Datenschutzerklärung. Wie ein Generator dabei hilft, steht in Impressum und Datenschutzerklärung per Generator.
- Veröffentlichen und bei Google anmelden: Mit der kostenlosen Google Search Console meldest du deine Seite an und siehst, mit welchen Suchbegriffen Besucher kommen.
Was kostet eine Website wirklich? Die 3-Jahres-Rechnung
„Kostenlos“ ist oft nur der Einstieg. Spannend wird es, wenn du nach ein paar Monaten eine eigene Domain willst und die Werbung des Anbieters loswerden möchtest. Eine grobe Rechnung über drei Jahre:
| Variante | Kosten über 3 Jahre (grob) | Eigene Domain | Werbefrei |
|---|---|---|---|
| Baukasten, Gratis-Tarif | 0 € | nein | nein |
| Baukasten, kleinster Bezahltarif | ca. 150–550 € | ja | ja |
| Google Sites + eigene Domain | ca. 30–45 € | ja | ja |
| WordPress + günstiges Hosting + Domain | ca. 100–250 € | ja | ja |
Die eigene WordPress-Seite ist auf Dauer oft günstiger als der Baukasten-Tarif – und du bekommst mehr Freiheit. Google Sites mit eigener Domain ist die günstigste professionelle Lösung, solange dir die einfachen Designs reichen.
So wird deine Website bei Google gefunden
Eine Website, die niemand findet, ist ein Schaufenster in einer Sackgasse. Diese Grundlagen gelten für jede Plattform:
- Ein Thema pro Seite: Jede Unterseite beantwortet eine konkrete Frage oder beschreibt ein konkretes Angebot.
- Suchbegriffe benutzen: Überlege, wie deine Kunden suchen. „Fotograf Hochzeit Köln“ ist besser als „Willkommen auf meiner Seite“.
- Aussagekräftige Seitentitel: Der Titel erscheint in den Google-Ergebnissen. Er sollte den Suchbegriff enthalten und neugierig machen.
- Schnelle Ladezeit: Bilder vor dem Hochladen verkleinern. Große Fotos sind der häufigste Bremser.
- Mobil denken: Die meisten Besucher kommen mit dem Smartphone. Prüfe jede Seite auf dem Handy.
- Regelmäßig neue Inhalte: Ein Blog oder Ratgeberbereich bringt mit jedem guten Artikel neue Besucher über Google.
- Google Search Console einrichten: Kostenlos, zeigt dir, wofür du gefunden wirst und wo es Probleme gibt.
Bei Baukästen und Google Sites sind die SEO-Möglichkeiten begrenzt. WordPress bietet mit Plugins die meiste Kontrolle.
Pflicht in Deutschland: Impressum und Datenschutz
Auch eine kostenlose Website ist nicht rechtsfrei. Wer in Deutschland eine geschäftsmäßige Website betreibt – und das ist schnell der Fall, etwa mit Werbung oder Affiliate-Links –, braucht ein Impressum. Eine Datenschutzerklärung brauchst du praktisch immer, sobald Daten verarbeitet werden, etwa über Kontaktformulare, Statistik oder eingebettete Inhalte. Viele Baukästen setzen außerdem Cookies, über die du informieren musst.
Abmahnungen wegen fehlender Angaben kosten schnell mehr als jedes Hosting-Paket.
Welche kostenlose Website passt zu dir?
- „Ich will nur schnell eine Seite für meinen Verein oder ein Event.“ → Google Sites oder ein Baukasten im Gratis-Tarif.
- „Ich brauche eine einfache Online-Visitenkarte für mein Business.“ → Google Sites mit eigener Domain.
- „Ich will ein Portfolio zeigen.“ → Google Sites oder Jimdo.
- „Ich will bloggen und damit irgendwann Geld verdienen.“ → WordPress auf eigenem Hosting.
- „Ich will einen Shop.“ → WordPress mit WooCommerce oder ein kostenpflichtiger Shop-Baukasten.
Mein Fazit
Eine Website kostenlos zu erstellen ist 2026 einfacher denn je. Für einfache Seiten ist Google Sites der ehrlichste Gratis-Weg: wirklich kostenlos, ohne Werbung, mit eigener Domain möglich. Die Gratis-Tarife der Baukästen sind vor allem Probeversionen, die dich in ein Abo führen sollen.
Wenn du ernsthaft etwas aufbauen willst – einen Blog, ein Nebeneinkommen, ein Geschäft –, investiere die paar Euro im Monat in eigenes Hosting mit WordPress. Es ist der einzige Weg, bei dem dir deine Website wirklich gehört.
Weitere kostenlose Werkzeuge findest du in 10 kostenlose Alternativen zu teurer Software und Online Geld verdienen ohne Startkapital.
Häufige Fragen zur kostenlosen Website
Kann man eine Website wirklich kostenlos erstellen?
Ja. Google Sites und Blogger sind komplett kostenlos und werbefrei. Baukästen wie Wix oder Jimdo haben Gratis-Tarife, allerdings mit Subdomain, Werbung und begrenztem Speicher.
Welcher kostenlose Website-Baukasten ist der beste?
Für einfache Seiten ohne Werbung ist Google Sites die beste kostenlose Lösung. Wer mehr Designfreiheit will, findet bei Wix oder Jimdo mehr Vorlagen, muss aber mit Werbung und Subdomain leben oder später zahlen.
Kann ich eine eigene Domain kostenlos nutzen?
Die Domain selbst kostet meist 10 bis 15 Euro im Jahr. Bei Google Sites und Blogger kannst du sie ohne weitere Kosten verbinden. Bei den meisten Baukästen ist eine eigene Domain nur in Bezahltarifen möglich.
Brauche ich für eine kostenlose Website ein Impressum?
Sobald die Website geschäftsmäßig ist, etwa mit Werbung, Affiliate-Links oder einem Angebot, ist in Deutschland ein Impressum Pflicht. Eine Datenschutzerklärung ist fast immer nötig.
Was ist besser: Wix oder WordPress?
Wix ist einfacher für den Einstieg. WordPress auf eigenem Hosting ist flexibler, günstiger im Betrieb und gehört dir vollständig. Für Blogs und Projekte, mit denen du Geld verdienen willst, ist WordPress meist die bessere Wahl.

